Unionsliste invasiver Arten inklusive Erweiterungen 2017

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Unionsliste der EU invasiver Arten

In unserem letzten Beitrag „Invasion“ der Gänse berichteten wir von der Konkurenz neuer Arten für die hiesige Flora und Fauna. Besonderen Fokus legten wir dabei auf die Neozoen. Was aber sind Neozoen und was bedeutet invasiv?
Nicht alle Neobiota (Neu-Tiere und Neu-Pflanzen) sind invasiv. Als invasive Arten gelten diejenigen, die mit den einheimischen Arten (indigenen) um Reccourcen und Lebensräume konkurrieren.
Invasive Arten sind Tiere oder Pflanzen, die gebietsfremd auch nach mehreren Generationen, ohne dass sie humane Unterstützung bekommen, vorkommen. Neben den Pflanzen wie Springkraut oder Riesen-Bärenklau (hier verursacht der Saft Verbrennungen auf der Haut), gibt es auch Tiere, die invasives Verhalten zeigen und sich sogar etabliert haben.
Das bekannteste Tier ist der Waschbär! Am 12. April 1934 wurden am Edersee zwei Paare von Wilhelm Freiherr Sittich von Berlepsch ausgesetzt. Auf Grund optimaler Lebensbedingungen vermehrte er sich rasant und setzte seinen Siegeszug in ganz Deutschland und Europa fort. In der Jagdsaison 2015/16 war er laut DJV in 43% der ca. 24000 Jagdreviere vertreten. Die Strecke des Waschbären im Jagdjahr 2015/16 lag mit 128000 Tieren auf neuem Höchststand!

Auch in anderen Ländern der EU gibt es gebietsfremde Arten, die sich bereits seit mehreren Generationen an die jeweiligen Bedingungen anpassen und zum Teil einen erheblichen Schaden anrichten. Nach Schätzungen des EU-Umweltkommissars Karmenu Vella belaufen sich die Kosten, die durch invasive Arten auftreten ca. 12 Millarden Euro/Jahr. Daher überwacht die Kommission die Zahlen und hat bereits im Juli 2016 eine „Unioinsliste“ mit 37 zu „bekämpfenden“ invasiven Arten erarbeitet, die im August des Jahres in Kraft trat. Nach genauerer Betrachtungen wurden bereits im Juli 2017 zwölf weitere Arten hinzugefügt.

Unionsliste Ergänzungen 12. Juli 2017

Name Gattung Wissenschaftlicher Name
Maderhund Säugetiere Nyctereutes procyonoides
Bisam Säugetiere Ondatra zibethicus
Nilgans Vögel Alopochen aegyptiacus
Riesenbärenklau / Herkulesstaude Pflanzen Heracleum mantegazzianum
Alligatorkraut Pflanzen Alternanthera philoxeroides
Gewöhnliche Seidenpflanze Pflanzen Asclepias syriaca
Schmalblättrige Wasserpest Pflanzen Elodea nuttalli
Mammutblatt Pflanzen Gunnera tinctoria
Drüsiges Springkraut Pflanzen Impatiens glandulifera
Japanese Stiltgrass Pflanzen Microstegium vimineum
Afrikanisches Lampenputzergras Pflanzen Pennisetum setaceum
Schmalblättrige Wasserpest Pflanzen Elodea nuttalli

1. Unionsliste vom 03. August 2016

Name Gattung Wissenschaftlicher Name
Pallashörnchen / Rotbauchhörnchen Säugetiere Callosciurus erythraeus
Kleiner Mungo Säugetiere Herpestes javanicus
Chinesischer Muntjak / Zwergmuntjak Säugetiere Muntiacus reevesi
Nutria Säugetiere Myocastor coypus
Südamerikanischer Nasenbär Säugetiere Nasua nasua
Waschbär Säugetiere Procyon lotor
Grauhörnchen Säugetiere Sciurus carolinensis
Fuchshörnchen Säugetiere Sciurus niger
Glanzkrähe Vögel Corvus splendens
Schwarzkopfruderente Vögel Oxyura jamaicensis
Heiliger Ibis Vögel Threskiornis aethiopicus
Amerikanischer Ochsenfrosch Lurche und Kriechtiere Lithobates (Rana) catesbeianus
Gelbwangen-Schmuckschildkröte / Nordamerikanische Buchstaben-Schmuckschildkröte Lurche und Kriechtiere Trachemys scripta
Amurgrundel Fische Perccottus glenii
Blaubandbärbling Fische Pseudorasbora parva
Chinesische Wollhandkrabbe Krebstiere Eriocheir sinensis
Kamberkrebs Krebstiere Orconectes limosus
Nördlicher Flusskrebs / Virilier Flusskrebs Krebstiere Orconectes virilis
Signalkrebs Krebstiere Pacifastacus leniusculus
Roter Amerikanischer Sumpfkrebs Krebstiere Procambarus clarkii
Roter Amerikanischer Sumpfkrebs Krebstiere Procambarus fallax f. virginalis
Asiatische Hornisse Insekten Vespa velutina nigrithorax
Östlicher Baccharisstrauch / Kreuzstrauch Pflanzen Baccharis halimifolia
Karolina-Haarnixe / Grüne Haarnixe Pflanzen Cabomba caroliniana
Dickstielige Wasserhyazinthe Pflanzen Nyctereutes procyonoides
Maderhund Pflanzen Eichhornia crassipes
Golpar / Persischer Bärenklau Pflanzen Heracleum persicum
Sosnowsky-Bärenklau Pflanzen Heracleum sosnowskyi
Großer Wassernabel / Hahnenfuß-Wassernabel Pflanzen Hydrocotyle ranunculoides
Wechselblatt-Wasserpest / Krause Afrikanische Wasserpest Pflanzen Lagarosiphon major
Großblütiges Heusenkraut Pflanzen Ludwigia grandiflora
Flutendes Heusenkraut Pflanzen Ludwigia peploides
Gelbe Scheinkalla / Amerikanischer Stinktierkohl Pflanzen Lysichiton americanus
Brasilianisches Tausendblatt Pflanzen Myriophyllum aquaticum
Santa-Maria-Prärieampfer / Karottenkraut Pflanzen Parthenium hysterophorus
Durchwachsener Knöterich Pflanzen Persicaria perfoliata (Polygonum perfoliatum )
Kudzu Pflanzen Pueraria lobata

Gänse auf dem Vormarsch


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Ja, mach nur einen Plan, sei nur ein großes Licht und mach dann noch ´nen zweiten Plan.
Gehen tun sie beide nicht!
B. Brecht Die Dreigroschenoper
So oder so ähnlich könnte man die Versuche beschreiben, mit denen die „Gänsezucht“ in den Städten von vielen Naturschützern eingedämmt werden soll.
Gänse machen es dem Menschen nach und werden Urban. In den großen Städten ist das Aufkommen von Wildvögeln zu einer regelrechten Plage geworden. Ornithologen des NABU schlagen daher vor, bis zur Mauser zu warten, um die Tiere dann einzufangen um sie an geeigneteren Plätzen wieder auszuwildern. Das dieser Plan nur schwer umzusetzen ist und wahrscheinlich nur hohe Kosten verursacht, dürfte den meisten Menschen Bewusst sein. Aber genau von Menschen ist diese Problematik größtenteils hervorgerufen.

Die Stadt

Bei dem Besuch eines kleinen Stadparks in Düsseldorf beobachteten wir das Treiben auf dem Teich. Wir setzten uns mit Geschäftspartnern auf eine Bank und beobachteten eine unglaubliche Zahl an Federwild in dem kleinen See des Parks.
Eigentlich dürften diese Mengen gar nicht genug Nahrung in den dann doch eher kleinen Grünflächen finden. INteressiert recherchierten wir, dass auch größere Parks wie z.B. der Nordpark in Düsseldorf mit einer Gesamtfläche von 36ha mit knapp 900 Wasservögel und weiteren Tiere bevölkert ist. Auch bei diesen Verhältnissen kann dfas natürliche Nahrungsvorkommen nicht zur Versorgung aller Tiere ausreichen. Also wie versorgt sich das Federwild um dann auch noch so hohe Reproduktionszahlen aufzuweisen?

Die Städter selber sorgen für das Wohlbefinden der Vögel! Auch wenn an den Eingängen von Parkanlagen darauf hingewiesen wird, dass keine Fütterung erlaubt ist, halten sich nicht alle Bewohner an diese Vorschrift. Gerade letzte Woche beobachteten wir eine ältere Dame, die aus ihrem Trolley Tütenweise Körner holte und diese direkt auf die an den Teich grenzende Wiese kippte. Aufmerksam geworden durch den gezielten Abgang des Federwildes, sahen wir die Frau eine Tüte nach der anderen auskippen.
Wir gingen sofort um den Teich, um die Frau zu konfrontieren. Alle Versuche ihr die Problematik zu verdeutlichen, zeigten kein Verständnis. So verschwand die Frau und erklärte nur: Die „armen Vögel“. Uns blieb nichts anderes übrig, als das Ordnungsamt zu informieren. Wir erzählten unsere Geschichte und baten zur entsprechenden Zeit verstärkt zu patrouillieren. Zusätzlich boten wir Hilfe bei dem Bau eines Hochsitzes in dem Park an. Leider stießen wir mit diesem Vorschlag auf keinen fruchtbaren Grund.
[1]

Und was ist mit dem Land?

Aber nicht nur in den Städten steigt die Anzahl der Gänse. Auch auf dem Land wächst von Jahr zu Jahr die Population. Gerade invasive Arten wie die Nilgans bereiten heimischen Arten Probleme. Das aggressive Verhalten dieser neozoen Art vertreibt heimische Arten wie z.B. die Stockente von ihren Brutplätzen. Sogar dem Fuchs soll sie sich laut Berichten einiger Waidgenossen stellen und macht damit sogar der Brandgans Konkurrenz, von der wir als einzige solch ein Verhalten kannten. Zusätzlich kommt es zu erheblichen Fraßschäden und Verkotungen der landwirtschaftlich genutzten Flächen.
Nachdem die Nilgans von den zuständigen Gremien der EU zur invasiven Art erklärt wurde, ermöglichen sich dadurch natürlich auch neue Regulationsmaßnahmen.

Wenn in einigen Teilen der Republik bereits über die Gatterbejagung debattiert wird, möchten wir uns davon komplett abgrenzen. Bei allen Problemen die lange im Vorfeld verursacht wurden, darf nicht unser Waidgedanke auf der Strecke bleiben. Wenn zu einer Gatterbejagung gegriffen wird, dann sollten die Verursacher der Invasion selber Hand anlegen und die Tiere selber „kontrolliert“ Töten. Vielleicht können sich Politiker und Umweltschützer ja ein Beispiel an unseren Nachbarn, den Niederlanden nehmen. Hier werden schon länger Gatterbejagungen durchgeführt. Das dann kontrollierte Töten kann jeder Interessierte selber bei Google nachlesen.

Waidmannsheil und Horrido, von wo auch immer ihr runter schaut
Eure Hochsitz Rotte

  1. [1] Auf der anderen Seite verfolgen wir diese Idee weiter! Vielleicht erreichen wir durch Hochsitze in Parks die Aufmerksamkeit der Bürger. So kann man das Fütterungsverbot untermauern und überspitzt verdeutlichen, zu welchen Maßnahmen Jäger, Ordnungsamt und Naturschützer gezwungen werden.

 

 

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Gänse auf dem Vormarsch

Schaden und Ausgleichszahlungen


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Müssen Ausgleichszahlungen für Industriemais gezahlt werden?

Die Summe der Ausgleichszahlungen steigt von Jahr zu Jahr. Ein jeder Waidmann*frau hört von brachliegenden Revieren, die keinen Pächter finden, da die möglichen Forderungen an Ausgleichszahlungen zu hoch sind. Auch die gemeinschaftlich organisierten Kassen können den Forderungen kaum noch Herr werden. Trotz des großen Freizeitaufwandes der Jäger sind nötige Wildregulierungen nicht mehr zu gewährleisten und so muss vielerorts nach alternativen Lösungen gesucht werden. Häufig übernimmt der Staat diese Pflichten, indem er Berufsjäger mit der Regulierung beauftragt. Diese enormen Kosten steigen von Jahr zu Jahr. Gerade die riesigen Monokulturen, fördern einen explosionsartigen Anstieg des Schwarzwildes. In den viele Hektar großen Flächen finden Wildschweine genügend Schutz und Nahrung. Gerade nach Erreichen der Milchreife brauchen sie das Feld nicht mehr zu verlassen und fressen „um sich herum“.

Der Zusammenschluss von Rotten, auf Grund des guten Nahrungs- und Schutzangebotes gepaart mit der Furcht vor Isegrim, verursacht hohe Forderungen an Ausgleichszahlungen, die letztendlich von dem/r Pächter*in getragen werden müssen. Dies setzt natürlich entsprechende Regelungen im Pachtvertrag voraus. Eine mögliche Ausgleichsregulierung könnt ihr einsehen. Die Landwirtschaftskammer NRW hat genau aufgelistet, wie der entstandene Schaden zu bewerten ist. Allerdings könnt ihr im Zweifel besser einen Fachmann zu Rate ziehen, denn auch hier muss auf Seiten des Geschädigten eines geleistet werden.

Laut Jagdgesetz können Behörden die Schonzeiten aufheben, vorausgesetzt die Interessen des Allgemeinwohls sind beeinträchtigt. Dies gilt besonders für die Interessen der Land-, Forst und Fischereiwirtschaft (vgl. Abschnitt VII §27 Abschnitt 1 (1)). Was ist aber mit den riesigen Maisfeldern, die überall angebaut werden und nicht der Fütterung dienen? Dieser für die Energiegewinnung produzierte Mais, ist ein Industriegut und muss auch als solcher gewertet werden. Die Förderung und der damit verbundene Anbau von Mais als Biomasse, steht als einer der primären Gründe für die explosionsartige Reproduzierung des Schwarzwildes. Unseres Erachtens muss man hier einen Strich ziehen und zwischen Futtermais und dem Mais für Biogasanlagen unterscheiden. Hiermit verbunden sollten auch Ausgleichszahlungen überarbeitet werden und nicht zu Lasten der eigentlich geschädigten Landwirte gehen.
Gemeinsam mit Jägern*innen können auch auf solchen Feldern sowohl Bejagungsmöglichkeiten angelegt werden, als auch Maßnahmen erarbeitet werden, um langfristig dem Wildschaden vorzubeugen. Des Weiteren nutzt es gerade den Schwarzkitteln selbst, da nach der Ernte ein knappes Nahrungsangebot im Winter herrscht. Je härter der Winter, desto schwieriger wird die Nahrungsaufnahme. Eine Überpopulation führt zwangsläufig zu Folgeschäden, oder muss von uns Jägern versorgt werden. Damit in Notzeiten die Not nicht zu groß wird, arbeiten wir Jäger das ganze Jahr um für das Wild einen optimalen Lebensraum zu schaffen. Ein wenig Unterstützung von den Verursachern, der Politik und Industrie kann man da schon erwarten, oder muss vielleicht eingefordert werden!

Waidmannsheil und Horrido von wo auch immer ihr runter schaut!

Eure Hochsitz Rotte

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