Hochsitz Rotte/ Oktober 25, 2017

Was bedeutet Glück für uns?

Laut Definition ist Glück das Ergebnis des Zusammentreffens besonders günstiger Umstände. In der Mathematik wird Ergebnis wiederum als Ausgang eines Zufallsexperimentes bezeichnet.
Im Zuge einer Blogparade fragte Julia in ihrem Blog nach Glück. Hier geht´s zu ihrem Aufruf:
Blogparade zum Thema Glück

Wir haben einmal versucht eine Beschreibung zu liefern, was Glück für uns bedeutet.

Nun ist es gerade für Jäger*innen oft schwierig von Glück zu sprechen, da viele Situationen der oberen Definition nicht gerecht werden. Durch eine fundierte Ausbildung und viel viel Übung haben wir es gelernt auf die Natur zu hören und sitzen dort, wo es nach unserem Wissen und Erfahrungen zu sitzen gilt. Trotz dieses Wissens kommt es auch bei dem gezielten Jagen selten zum Schuß, so dass wir i.d.R. viele Stunden warten, bis sich die richtige Situation mit all ihrer Verantwortung ergibt. Aber ist es dann Glück ein Tier zu erlegen? Nein! Dies ist die Natur und wir sind Teil eben dieser.

Da das eigentliche Erlegen eines Wildes nur mit 20% – 30% der eigentlichen Tätigkeit des Jägers*in zu tun hat und wie beschrieben weniger mit Glück als mit Ausbildung, Erfahrung und Pflichten zusammenhängt, versuchen wir unserem Glück einmal anders auf die Spur zu kommen.
Denn genau die anderen 70% – 80% bereiten uns vermutlich das größte Glücksgefühl. Besser gesagt ernten wir dieses, denn wir sprechen von Arbeit im Vorfeld. Im Folgenden geben wir einige Beispiele, bei denen Glück von uns „erarbeitet“ wird.

Ein hoher Aufwand wird manchmal mit Glücksgefühlen entlohnt

Bei der Arbeit mit Kindern und der Präsentation auf Messen legitimieren wir nicht die Jagd, oder versuchen unsere Sichtweise zu indoktrinieren, sondern präsentieren die Natur. Wir stellen Lebensräume, Tiere und auch den Umgang mit ihnen vor. Dies geschieht in der Regel unentgeltlich und ist mit einem hohen Zeitaufwand verbunden. Aber der Lohn ist nicht monetärer Art, sondern wird in Glück ausgezahlt. Denn besonders wenn Kinder auf uns zukommen und einfach sagen: „Das ist toll, super spannend…!“ „Das wusste ich so gar nicht,…“ macht es uns glücklich

Nachdem wir einen Wildacker angelegt haben und durch diesen streifen. Die Bearbeitung des Bodens, die Aussaat usw. sind sehr viel Arbeit und auch mit finanzieller Belastung einhergehend. Aber das glückliche Gefühl, durch den erblühten Acker zu laufen, ist unbeschreiblich. Eine Kakophonie verschiedenster Insektenlaute und die Farbenpracht der Blüten versetzen in Glückseligkeit.

In besonders harten Wintern versorgen wir Tiere des Waldes, die sonst auf ihrer Nahrungssuche verenden würden. Auch für uns Jäger ist es in solchen Wochen kalt und ungemütlich und viele Futterstellen sind nur schwer zu erreichen, dennoch erhalten wir auch hier unseren Lohn in Glück ausgezahlt, wenn wir im nächsten Frühjahr Muttertiere mit ihren Jungtieren sehen.

Zwischenfazit: Jeder ist seines Glückes Schmied!?!

Glück auch spontan?

Natürlich erleben wir auch Glücksmomente, die wir vorher nicht erarbeitet haben, die zufällig in dem Moment günstig erscheinen, oder sich spontan ergeben.
Hierzu zählt z.B. das Erblicken eines revierfremden kapitalen Hirsches, der vor unserem Hochsitz halt macht, um dort zu äsen; das unversehrte Durchtreten einer angesägten Leitersprosse; oder die erste erfolgreich absolvierte Schleppe unseres treuen Jagdbegleiters.

Dies sind nur einige Punkte, die sich mit Glück annähernd beschreiben lassen. In der Diskussion mit anderen Jägern, kristallisiert sich aber immer wieder ein Punkt besonders heraus.
Was die meisten Jäger glücklich macht, ist die Zustimmung in dem was sie tun. Wir schaffen es bestimmt nicht jeden von (z.T. falschen Ideologien geleitet) unserer Arbeit zu überzeugen, aber diejenigen, die offen sind und sich mit der Thematik auseinandersetzen, erkennen zu 99% den Sinn der Jägerschaft. Offene Gespräche und ein gegenseitiges Zuhören führen meist zu einer Akzeptanz. Gerade in Deutschland sind Auflagen, Pflichten und Ausbildung so durchdacht, dass Jäger*innen keine Trophäensammler sind.
Das macht uns glücklich und dann verrichten wir unsere Arbeit besonders gerne.

Unser Fazit:Glück wird gerne beschreiben, aber es ist schwer zu erklären. Jede*r muss für sich selbst entscheiden, was Glück für ihn oder sie bedeutet und versuchen sich, als auch andere daran teilhaben zu lassen!
In diesem Sinne viel Waidmansheil und einen guten (glücklichen) Anblick, von wo auch immer ihr herunter schaut.
Eure Hochsitz Rotte

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Glück
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Glück
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Bei einer Blogparade haben wir versucht die Frage zu beantworten, was Glück ist. Herausgekommen ist die Erkenntnis, dass es verschiedene Arten von Glück gibt und man mit dem Sprichwort: "Jeder ist seines Glückes Schmied" gar nicht so verkehrt liegt. Gerne kann hier oder bei der Blogparade jeder seine eigene Meinung kundtun. Wir gehen davon aus, dass eine solch philosophische Frage nur jeder für sich selbst beantworten kann.
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1 Kommentar

  1. Hallo Jens,
    vielen lieben Dank für deine Teilnahme an meiner Blogparade! Besonders gut gefällt mir die Verbindung von Glück und Natur in deinem Beitrag. Damit bist du, glaub ich, bisher der Einzige, der das bei der Blogparade so herausgearbeitet hat. Auch die Bilder sind wunderschön!
    Dass ein hoher Aufwand oftmals mit Glück belohnt wird, dem kann ich nur zustimmen.
    Ganz liebe Grüße
    Julie

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