Hochsitz Rotte/ Juli 23, 2018

Blattzeit

Worauf in der Blattzeit achten?

In der Blattzeit, beschlägt der Bock das Reh! Nach langer Zeit der Heimlichkeit, kehrt er zurück auf die Fläche und will sich paaren. Neben den Gefahren für Autofahrer und andere Verkehrsteilnehmer, die von flüchtenden Rehen nicht wahrgenommen werden, beginnt für uns Jäger*innen ein spannender Zeitabschnitt und die Möglichkeit einer besonderen Jagdphase.

Was müssen wir in der Blattzeit beachten, um den kapitalen Bock zu erlegen?

Gerade im Vorfeld muss alles im Revier abgestimmt sein und Ruhe eingekehrt sein, damit sich der Bock wohl fühlt. Nicht nur weniger Pirschfahrten etc., sondern auch die Pflege von Hinweisschildern wie z.B. der Leinenpflicht für Hunde und auch deren kontrolle, helfen Ruhe im Reier einkehren zu lassen. Wenn die Blattzeit Ende Juli, Anfang August zum Erfolg werden soll, gibt es 3 wichtige Faktoren, um den kapitalen Bock ins Visier zu bekommen.

3 wichtige Faktoren in der Blattzeit

    1. Richtigen Platz im Revier auswählen
    • Fegestellen ausmachen
      Windrichtung beachten
      Reviereinrichtungen und Pirschwege kennen/ pflegen
      evtl. Einstände kennen
    1. Richtige Ausrüstung
    • Büchse mit variablem Glas
      erprobten Pirschstock
      Optik für Pirsch oder Ansitz
    1. Blatter und blatten
  • Neben den beiden oberen Faktoren, die jeder Waidmann*frau bei jeglicher Jagd beachtet, ist das Blatten eine Besonderheit und Herausforderung, die sich nicht einfach beschreiben lässt.
    Blatter gibt es in vielen verschiedenen Ausführungen und von unterschiedlichen Herstellern, zu unterschiedlichen Preisen von 10,-€ bis zu ???,-€! Eines haben aber alle Blatter gemein, sie versprechen der Bester auf ihrem Gebiet zu sein.
    Natürlich sind auch dies nur Werbeversprechen, denn entscheidend ist der Jäger*in. Hier kommt es auf jede*n einzelnen an und das Vermögen mit welchem Blatter die besten Töne erklingen. Im Zweifel hilt üben, üben und dann wieder von vorne anfangen.
    Wenn der richte Blatter ausgesucht und die Übungen abgeschlossen sind, dann kommen die beiden oberen Faktoren zum Tragen und selbst bei allen Berücksichtigungen gehört zum Erfolg immer eine gewisse Portion Glück.

    Welche Blatttöne gibt es

    In der Brunft reagiert der Bock auf unterschiedliche Töne und fühlt sich von diesen angelockt. Wir haben einige Audiodateien erstellt, die auch in dieser Reihenfolge im Revier durchgeführt werden und aufbauend den Bock anlocken. Wir empfehlen vorher die unterschiedlichen Töne mit dem eigenen Blatter zu üben und darauf zu achten, dass nicht Plötzlich zwanzig Böcke im Vorgarten stehen.
    Fieplaut:

    Dieser Laut darf nicht zu hoch sein, damit es nicht zu sehr dem Kitz ähnelt und entsprechend primär die weiblichen Stücke anzieht. Dieser Laut wird auch von Böcken getätigt und impliziert so einen Revierrivalen.
    4-8 Wiederholungen pro Satz, die nach ca. fünf Minuten wiederholt werden. Wir achten auf keine monotone Wiederholung, sondern variieren die Länge und Anzahl, so dass sich der erfahrene Bock nicht darauf einstellt.

    Rickenfiep:

    Hier werden maximal drei Serien wiederholt und die Anzahl der einzelnen Laute beträgt wieder +- fünf.

    Sprengfiep:

    Dieses Fiepen ist agressiver und wird ebenfalls maximal zweimal wiederholt mit bis zu acht Lauten pro Serie.

    „Rehgeschrei“:

    Mit dieser einmaligen Wiederholung von mehreren Lauten wird dem Platzbock ein Rivale vorgespielt, der sich seinen Rehen nähert und ein bereits beschlagenes oder noch nicht bereites Stück angeht. Nach diesem aggressiven Blatten, wird mindestens 15 Minuten gewartet. Das Revier beruhigt sich und das nächste Blatten folgt.

    Kitzfiepen:

    Kitzklagelaut

    Durch diese beiden letzten Laute wird das Alttier angelockt, dem dann hoffentlich der Bock folgt. Auch diese Blattlaute werden höchstens zweimal wiederholt und erst zum Ende des Ansitzes verwendet.

    Auch wenn alle Faktoren stimmen, ist es wie immer noch ein wenig Glück. Bei einigen Waidgenossen*innen tritt der Erfolg nach fünf Minuten ein und einige erfahrene Jäger*innen gehen unzählige Male raus und bekommen dennoch keinen Anblick.

    Daher wünscht euch die Hochsitz Rotte wie immer einen guten Anblick, von wo auch immer Ihr herunter schaut!

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